Was ist die Wiederkunft?

Disclaimer

In diesem Beitrag geht es um die Wiederkunft von Jesus Christus. Deshalb werden wir auch Stellen der Offenbarung betrachten. Weil es zu diesen endzeitlichen Themen oft verschiedene Meinungen gibt, werde ich ausführliche Quellen angeben – auch wenn dies den Lesefluss ein wenig behindert -damit jeder nachprüfen kann, was ich darlege. Sollten sich euch trotzdem noch Fragen stellen, dann meldet euch gern per E-Mail oder in den Kommentaren.


Einleitung

In der Bibel ist an mehreren Stellen von der Wiederkunft Jesu Christi die Rede. Diese wurde sogar schon im Alten Testament vorhergesagt:

„vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.“ (Psalm 96,13)

Warum muss Gott wiederkommen?

Am Anfang herrschte Harmonie im Himmel und alle Geschöpfe Gottes lebten miteinander in Harmonie. Auch als der Mensch geschaffen wurde, lebte er anfangs mit Gott in Übereinstimmung (vgl. 1.Mose 1,31a). Aber irgendwann wurde ein Engel Gottes eifersüchtig. Er selbst wollte wie Gott werden und brachte einen Teil der Engel gegen Gott auf (vgl. Hesekiel 28,12b-18 und Jesaja 14,12-15). Er klagte Gott immer wieder an und behauptete, Gott sei ungerecht (vgl. 1.Mose 3,3-4; Hiob 1,7-12). Dieser Engel hieß Luzifer und wurde später auch Satan, also Feind Gottes genannt. Er überzeugte letztendlich auch die Menschen, bei seiner Rebellion gegen Gott einzusteigen und so kam das Böse auch in unsere Welt (vgl. 1.Mose 3,1-24). Mehr dazu in meinem Beitrag über „Warum lässt Gott Leid zu?“

Seit dieser Rebellion haben sich die Menschen immer wieder gegen Gott aufgelehnt und sich gegenseitig Leid zugefügt. Unglücklicherweise ist das alles nicht nur eine Geschichte aus der Vergangenheit, sondern betrifft auch dich und mich noch heute (vgl. Römer 3, 10-20). Denn jeder von uns hat sich gegen Gott gewandt und ist bei Satans Rebellion eingestiegen. „Waaasss?“ Denkst du jetzt vielleicht, aber überleg einmal: Hast du schon mal gelogen? Hast du schon mal gestohlen oder warst du einmal eifersüchtig? Ja? Dann hast du Gottes Gesetz gebrochen, hast dich wie Adam und Eva gegen Gottes Gebot gewand und stehst auf Satans Seite (vgl. Jakobus 2,10). Deshalb sind wir eigentlich alle verloren und müssen sterben (vgl. Römer 6,23). Aber Gott hat einen Weg gefunden, uns trotzdem zu retten. Gott ist selber Mensch geworden und auf diese Welt gekommen, um für unsere Schuld zu bezahlen. Er hat es uns möglich gemacht, dass wir nach unserem Tod wieder mit Gott leben können (mehr dazu in meinem Video „Wie komme ich in den Himmel?“). Gott hat diese Welt nicht zerstört, damit für allen Geschöpfe klar wird, wer Recht hatte: Gott oder Satan. Gott lies zu, dass das Böse unsere Welt zerstörte, damit offenbar wird, wie das Leben aussieht, wenn man Satan nachfolgt. Irgendwann wird aber der Zeitpunkt kommen, an dem jedes Wesen überzeugt sein wird, dass Gott gerecht ist. Dann wird Jesus auf diese Welt wiederkommen und die zu sich nehmen, die zu ihm gehören (vgl. Lukas 21,28). Dann werden alle Menschen ihr Gerichtsurteil empfangen – ob sie gerettet oder verloren sind – und Gott wird die ganze Welt samt des Bösen vernichten und eine neue erschaffen (vgl. Offenbarung 21,3-4; Offenbarung 20,7-14; Offenbarung 21,1). Dann wird die anfängliche Harmonie wieder hergestellt sein.

Also, warum wird es eine Wiederkunft geben? Weil Gott die Welt vom Bösen reinigen und neu erschaffen will. Wenn er wiederkommt, werden wir endlich wieder mit Gott leben können.

Was genau passiert bei der Wiederkunft?

Vor der Wiederkunft, wird die Welt immer mehr verfallen und die Zustände werden sich stetig verschlimmern (vgl. 2.Timotheus 3,1-5; Lukas 17,26-29; Matthäus 24,21). Verschiedene Dinge werden in der Gesellschaft passieren und dann wird Jesus wiederkommen (mehr dazu in meinem Artikel „Wie kann ich erkennen, wann die Wiederkunft kommt?“). Er wird auf den Wolken, sichtbar für alle, mit seinen Engeln kommen (vgl. Apostelgeschichte 1,9-11und 2.Thessalonicher 1,7). Seine Wiederkunft wird herrlich sein und jeder Mensch wird sie sehen (vgl. Lukas 21,25-28; Matthäus 24,26- 27; Offenbarung 1,7 und 2.Thessalonicher 1,8; Lukas 21,25-28; Matthäus 24,26- 27).

Wenn Jesus wiederkommt, wird er sein Gerichtsurteil verkünden und es wird offenbar, wer gerettet ist (vgl. Offenbarung 2,12; 2.Korinther 5,9-10; Prediger 12,13-14). Das Gericht – also die Klärung der Frage wer gerettet ist – hat folglich auch schon vorher stattgefunden, sonst könnte Jesus ja nicht mit dem abgeschlossenen Urteil auf die Erde kommen (vgl. Offenbarung 2,12 und Offenbarung 2,12; Daniel 7,9-10; Daniel 7,13-14).

Es wird dass eine Auferstehung der Toten geben. Dabei werden zuerst die auferstehen, die gerettet sind. Sie werden verwandelt, bekommen einen neuen, unverfallenen Körper und werden in den Himmel aufgenommen (vgl. 1.Korinther 15,42-44; 1.Thessalonicher 4,13-17). Dann wird Satan für 1000 Jahre auf der Erde gebunden (vgl. Offenbarung 20,1-3). Schließlich stehen auch die Gottlosen auf und sie, Satan und seine Engel empfangen das Gerichtsurteil (vgl. Offenbarung 20,5). Im Anschluss werden die Verlorenen von Gott vernichtet (vgl. Offenbarung 20,7-10.14). Dabei werden auch Satan, seine Engel und alle bösen Menschen vernichtet und nie wieder wird es Leid oder Sünde geben (vgl. Offenbarung 21,4). Gott wird die Welt neu erschaffen und die Menschen werden in der Gemeinschaft Gottes leben (vgl. Offenbarung 21,1.4-5; Offenbarung 22,5).

Wie kann ich erkennen, ob die Wiederkunft bevorsteht?

Wenn Jesus wiederkommt, wird es die Welt, wie wir sie heute kennen, nicht mehr existieren. Deshalb wollten Christen schon immer wissen, wann dieser Zeitpunkt kommen wird. Jesus hat uns allerdings gesagt, dass kein Mensch weiß, an welchem Tag genau Jesus wiederkommen wird (vgl. Matthäus 24,36). Weil niemand das genaue Datum kennt, sind wir Christen auch dazu angehalten, auf Jesus zu warten und die Welt wachsam zu beobachten (vgl. 1.Thessalonicher 5,1-8). Denn obwohl wir den Tag nicht kennen, sollen wir uns nicht von der Wiederkunft überraschen lassen. Dazu sind uns Zeichen gegeben, an denen wir erkennen können, dass die Wiederkunft nahe bevor steht. Dazu gehört zum Beispiel, dass der sich verschlechternde moralische Zustand der Welt (vgl. 2.Timotheus 3,1-5; Lukas 17,26-29). Ebenso wird das Evangelium überall auf der Welt verkündigt werden (vgl. Matthäus 24,14). Auch gibt es noch viele weitere Zeichen der Zeit, die sich im Alten und Neuen Testament finden lassen. Fest steht: Wir müssen wachsam bleiben und auf Jesu Wiederkunft warten (vgl. Matthäus 25,1-15). Selbst wenn wir die Wiederkunft nicht erleben sollten, kann uns der Tod jederzeit überraschen. Deshalb: Sei bereit, Gott zu begegnen!

Der Selbstanspruch der Bibel

Wenn man einen Christen fragt, was die Bibel ist, wird man wahrscheinlich sehr unterschiedliche Antworten erhalten. Manche werden vielleicht sagen: „Jeder Buchstabe wurde von Gott diktiert“. Andere würden sagen: „Die Schreiber nutzen ihre eigenen Worte, waren aber inspiriert“ und wieder andere würden sagen: „Die Bibel ist eine Sammlung menschlicher Ideen und enthält nur teilweise Wahrheiten“. All diese Ansichten sind völlig konträr und können folglich nicht alle stimmen. Um dem auf den Grund zu gehen, muss man zuerst untersuchen, was die Bibel denn über sich selbst sagt.

„Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; 25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit« (Jesaja 40,6-8). Das ist das Wort, welches euch verkündigt ist.“ (1.Petrus 1,24.25)

Alles ist vergänglich, aber Gottes Wort bleibt ewig.

„Darum danken wir auch Gott ohne Unterlass dafür, dass ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Wort Gottes, der in euch wirkt, die ihr glaubt.“ (1. Thessalonicher 2,13)

Die Bibel ist nicht einfach Menschenwort, sondern Gotteswort.

„Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«“ (Matthäus 4,4)

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ (Hebräer 4,12)

Gottes Wort ist lebendig, denn es verändert uns, wenn wir es lesen und überführt unser Gewissen.

„Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“ (2.Timotheus 3,14-17)

Alle Schriften der Bibel sind inspiriert und uns als Segen gegeben.

„Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.“ (Römer 15,4)

Gottes Wort soll und ein Hoffnungsspender sein.

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Psalm 119,105)

Die Bibel hilft, uns richtige Entscheidungen im Leben zu treffen.

„Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.“ (Jeremia 15,16)

Gottes Wort ist für einen Christen so wichtig wie Nahrung und wird dein Leben bereichern.

„Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch gebiete.“ (5.Mose 4,2)

„Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn ihnen jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. 19 Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.“ (Offenbarung 22,18.19)

Wir müssen die ganze Bibel ernst nehmen und nicht Teile auslassen.

Zusammenfassung

Die Bibel hat nicht den Anspruch, dass jeder Text eins zu eins von Gott diktiert wurde. Zwar spricht Gott an manchen Stellen auch direkt und wir „zitiert“ (vgl. 2.Mose 24,4), aber die Bibel enthält auch indirekte Eingebungen. Von Gott inspirierte Schreiber berichten von Erlebtem oder Eingegebenen in eigenen Worten.

Die Bibel sagt, dass alle Schrift von Gott inspiriert und relevant ist. Sie soll uns bereichern und näher zu Gott bringen (vgl. 2.Timotheus 3,15- 17).

Wie komme ich in den Himmel?

Hier die wichtigsten Bibelstellen zu meinem Video

  • Anfängliche Harmonie im Himmel: 1.Mose 1,27- 1. Mose 2,25: Alles war perfekt und die Menschen lebten mit Gott in perfekter Harmonie ohne Leid, Krankheit und Trauer
  • Die erste Rebellion: 1.Mose 3,1- 1.Mose 4,16: Der Mensch glaubte Satan und wandte sich gegen Gott. Als Folge zerbrach die ursprünglich perfekte Beziehung und auch zwischen den Menschen entstand nun Hass.
  • Römer 3,9 ff.: Wir sind alle Sünder
  • Jakobus 2,10: Wir haben alle das Gesetz gebrochen.
  • Johannes 3,4: Sünde ist Gesetzesübertretung.
  • Jesaja 59,1.2: Sünde trennt uns von Gott.
  • Alle guten Menschen kommen in den Himmel“: Römer 3,10-18: Kein Mensch ist gut!
  • Jakobus 2,10: Hast du ein Gebot gebrochen, bist du ein Sünder – egal, was du alles nicht gemacht hast
  • Jesus macht uns die Erlösung möglich: 1. Petrus 1,18-20: Gottes Plan ist, uns durch das Blut Jesu zu erlösen
  • Johannes 1,29; Offenbarung 5,6-10: Jesus ist das Opfer, das unsere Sünden wegnimmt
  • Markus 10,45: Jesus bezahlte mit seinem Leben für dich
  • Philipper 2,6-8: Jesus ging bis zum Äußersten für dich und gab alles für dich auf.
  • Korinther 5,17-21: Lebe jetzt ein neues Leben in Jesus
  • „Man muss doch nur an Jesus glauben“: Jakobus 2,19: Der Glaube an Gott reicht nicht aus
  •  Wie wird man gerettet?: Sacharja3,1-7
  • Jesaja 1,18; 1. Johannes 1,9: Sündenbekenntnis ist die Grundlage für Vergebung
  •  Psalm 32,1-5: Bekenntnis ist die Grundlage für Befreiung und geistliche Erneuerung
  •  Sprüche 28,13; Jakobus 5,16: Reue und Bekenntnis führen zur Vergebung und Heiligung
  • Römer 8,35-39: Jetzt kann uns nichts von Gott trennen
  • Römer 3,22-24: Erlösung ist ein unverdientes Geschenk
  • Rechtfertigung aus dem Glauben: 1.Johannes 1,9: Wenn wir unsere Sünden bekennen, bereuen und um Vergebung bitten, wird uns Gott alle unsere Sünden vergeben
  • Heiligung: Hebräer 12,14: Wir benötigen Heiligung, um gerettet zu werden: Die Frucht des wahren Glaubens
  • Jakobus 2,17: Wenn aus Glauben keine Werke folgen, ist er nicht echt
  •  Prediger 12,13-14: An den Werken wird man im Gericht festmachen, ob man wirklich geglaubt hat
  •  Philipper 2,13:Gott schenkt uns die Kraft, die guten Werke zu vollbringen (ohne ihn hätten wir keine Chance und deshalb können wir uns auch nicht rühmen)
  • Hebräer 11: Glauben bewirkt Glaubenstaten. Die Glaubenstaten kosten aber Überwindung.

Wie passt die Hölle zum liebenden Gott?

Wie kann Gott Millionen von Menschen in der Hölle quälen nur, weil sie sich gegen ihn entschieden haben? Wie kann er da noch ein liebender Gott sein?

Diese Frage beschäftigt heute viele und Christen versuchen darauf eine Antwort zu finden. Manche sagen, dass die Sünde, weil sie sich gegen Gott richtet, so furchtbar ist, dass eine ewige Qual angemessen ist. Andere sagen, dass die Hölle die Trennung von Gott ist und man deshalb leidet. Ich aber finde diese Antworten doch sehr unbefriedigend. Immerhin könnte Gott doch die Menschen, die seine Erlösung ablehnen, einfach vernichten und anstatt sie bis in alle Ewigkeit zu foltern.

Es gibt aber noch andere Antworten auf diese Frage. Wusstest du, dass nicht alle Christen an die Hölle, wie man sie kennt, glauben? Hier meine ich nicht die Christen, die einfach alle Texte, die vom Gericht sprechen, ignorieren. Das ist, wäre Rosinenpickerei und nicht konsequent. Immerhin stammt die ganze Bibel von Gott, mitsamt den unangenehmen Stellen (vgl. 2.Timotheus 3,16). Ich meine Christen, die durch Bibelstellen zum Glauben gekommen sind, dass die Hölle anders aussieht, wie man es sich typischerweise vorstellt. Heute wollen wir uns mit dem Thema Hölle auseinandersetzen und die dazugehörigen Bibelstellen zusammengefasst betrachten. Einen ausführlicheren Artikel dazu findest du auf glaube.org ( https://www.glaube.org/wb/pages/hauptartikel/christliche-lehren/tod-himmel-und-hoelle—was-sagt-die-bibel-dazu/die-ewige-hoelle.php).

Zuerst muss man sich klarmachen, dass nicht alle Vorstellungen, die man im Christentum findet, aus der Bibel stammen. Zum Beispiel ist der Teufel kein hässliches Wesen mit Hörnern, sondern wunderschön und verstellt sich als Engel des Lichts (vgl. 2. Korinther 11,14). Genauso müssen wir uns klar sein, dass viele Vorstellungen über das Jenseits und das Leben nach dem Tod aus dem Mittelalter und nicht aus der Bibel stammen. Wir wollen jetzt untersuchen, was die Bibel wirklich sagt.

Es muss festgehalten werden, dass viele Stellen, in denen die Hölle erwähnt wird, ungenau übersetzt sind. Oft stehen im Grundtext dort Wörter wie „Totenreich“ oder „Grube“. Diese Wörter können natürlich unterschiedliche Bedeutungen haben und lassen sich nicht immer einfach mit „Hölle“ übersetzen. Das resultiert sonst in Missverständnissen wie:

Gute Menschen, wie der Patriarch Jakob, sehen sich in der Hölle wieder (1.Mose 37,34-35):

„Und Jakob zerriss seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit. 35 Und alle seine Söhne und Töchter kamen zu ihm, ihn zu trösten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid zu meinem Sohn in die Grube fahren. Und sein Vater beweinte ihn.“

Wenn man hier „Grube“ nicht korrekt mit „Totenreich“ sondern mit „Hölle“ übersetzt, ergibt der Text keinen Sinn mehr, denn Jakob sieht seinen Sohn garantiert nicht in der Hölle wieder (Andere Beispiele für widersprüchliche Texte bei ungenauer Übersetzung im Hauptartikel auf glaube.org). Wir sehen also, wie wichtig eine genaue Übersetzung ist. Wenn wir „Hölle“ lesen, steht dort im Grundtext meistens Scheol (hebr.) oder Hades (griech.). Diese Begriffe können meinen: Totenreich, Totenwelt, Abgrund, Grab, Grabhöhle oder Unterwelt.

Andere Begriffe wären Tal Hinnom (hebr.) oder Gehenna (griech.). Diese Begriffe leiten sich von einem Platz ab, auf dem man tote Tiere, Verbrecherleichen und Abfälle verbrennt hat. Durch das ständige Verbrennen brannte dort immer Feuer. Es liegt nahe, dass mit Gehenna im NT ein Vernichtungsplatz (für „menschlichen Abfall“) gemeint ist. Tatsächlich beschreibt die Bibel einen Feuerpfuhl, der nach den in der Offenbarung erwähnten 1000 Jahren für das Endgericht entsteht und in dem alle Ungläubigen verbrannt werden. Aus dieser „Hölle“ kommt niemand heraus. Das ist die biblische Hölle. Der verurteilte Mensch wird vom göttlichen Feuer verzehrt und stirbt den zweiten und endgültigen Tod (Off. 20,9-15).

Im Zusammenhang mit der Hölle werden zwei Aspekte in der Bibel beleuchtet:

1) Vernichtung: Menschen, die Gottes Erlösung ablehnen und als Folge nicht gerettet, werden in der Bibel mit leicht brennbarem Material wie Gras und dürre Äste verglichen, die verbrannt werden. Wichtig ist: Das Feuer brennt nicht ewig, sondern zerstört das Brennmaterial vollständig. Die vergänglichen, gottlosen Menschen verbrennen (innerhalb einer gewissen Zeit – also nicht unendlich lange) restlos.

Beispieltext: „Er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.“ (Matthäus 3,12)

2) Ewige Qual: An anderen Stellen ist eine ewige Qual oder ewige Strafe als Konsequenz für die Trennung von Gott aufgeführt.

Beispieltext: „Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.“ (Matthäus 25,46)

Diese Texte scheinen sich zu widersprechen: Werden die bösen Menschen vernichtet oder werden sie für immer gequält? Es folgt eine genaue Betrachtung der Begriffe „ewig“ und „Ewigkeit“

Man findet dazu mehrere Definitionen:

  1. Ewig deutet einen Zeitabschnitt ohne Anfang und ohne Ende, immerwährend, nach rückwärts und vorwärts unbegrenzt, eigentlich „zeitlos“ an. Das trifft für Gott zu. Er ist ewig (z. B. 1.Timotheus 1,17; Jes.aja 40,28; 1.Korinther 15,53.54).
     
  2. Ewig bezeichnet einen Zeitabschnitt mit Anfang und ohne Ende, wie das ewige Leben, das mit der Auferstehung der Gerechten beginnt (z. B. Joh. 10,28). Ewig charakterisiert einen Zeitabschnitt mit Anfang und mit Ende, d. h. eine begrenzte Zeit. Ewig bedeutet in diesem Fall so viel wie das deutsche Wort „lange“ oder „bis zur Vollendung“ (z. B. des Lebens, des Heilplanes, etc.).
  1. Ewig ist die Lebenszeit eines Knechtes, für die er verspricht, als Knecht für seinen Herr zu arbeiten (z. B. 2.Mose 21,5; Philemon 15-16)
  1. Ewig steht für etwas, das fest beschlossen wurde, woran kein Weg vorbeiführt, für etwas, was endgültig ist. So wird eine göttliche Strafe, die fest beschlossen wurde, mit einer „ewigen“ Strafe oder „ewigem (aiōnios) Feuer“ (nicht verlöschendem Feuer – siehe Mt. 18,8 vgl. mit Mk. 9,43) verglichen. Weil Gott es so beschlossen hat, kann manches Feuer von Menschen nicht gelöscht werden, z. B.

„Wenn ihr aber nicht auf mich höret, den Sabbattag zu heiligen und keine Last zu tragen, und nicht durch die Tore Jerusalems einzugehen am Sabbattage: so werde ich ein Feuer in seinen Toren anzünden, daß es die Paläste Jerusalems verzehren und nicht erlöschen wird.“ (Jeremia 17,27)

Natürlich brennt heute in Jerusalem nicht mehr das Feuer, das einst die Paläste zerstörte, und schon gar nicht wird dieses Feuer auf der neuen Erde weiter brennen.

Zusammenfassung

Gemäß der Bibel beschreibt „ewig“:

  1. Einen Zeitraum ohne Anfang und Ende (z. B. die Existenz Gottes).
  2. Einen Zeitraum mit Anfang und ohne Ende (z. B. das ewige Leben der Gerechten).
  3. Einen langen Zeitraum mit Anfang und Ende (z. B. Dienstzeit eines Knechts, Verweildauer von Jonas im Bauch des Fisches).
  4. Etwas von Gott Beschlossenes, das nicht abzuwenden ist, etwas, das endgültige Konsequenzen hat (z. B. Feuer an den Türen Jerusalems).

Im Zusammenhang mit der Bestrafung der Gottlosen kommen nur die Definitionen 2 – 5 infrage. Ewig bedeutet also nicht zwingend ohne Ende. Entweder wird Gott die Gottlosen am Ende vernichten und sie werden schlicht und einfach nicht mehr existieren oder er wird sie ewig quälen. Eine ewige Qual steht im Widerspruch zu den Bibelstellen, die sagen, dass die Gottlosen vernichtet werden und steht außerdem im Widerspruch zum liebenden Charakter Gottes. Übrig bleibt also nur noch die Deutungsmöglichkeit: Gott wird die, die sich gegen ihn entscheiden, nicht ewig quälen, sondern einfach vernichten. Die Hölle ist also kein Ort der endlosen Qual – die Hölle ist das Endgericht.

Die Wiederkunft erkennen – ist sie schon passiert?

Einleitung

In der Bibel ist an mehreren Stellen von der Wiederkunft Jesu Christi die Rede. Schon im Alten Testament ist seine Wiederkunft vorhergesagt:

„vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.“ (Psalm 96,13)

Und auch Jesus sagt immer wieder voraus, dass er wiederkommen wird:

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.“ (Johannes 14,1-3)

Aber was genau ist die Wiederkunft? Wie erkennt man sie und was wird währenddessen passieren? Vielleicht hat sich ja schon alles ereignet? Zu den Fragen „Was ist die Wiederkunft und was wird dabei passieren?“ lies meinen Artikel „Was ist die Wiederkunft?“ Die Kurzfassung der Antwort dieser Fragen lautet:

Gott hat versprochen, eines Tages auf die Welt zurückzukehren. Dann wird er jedem Menschen sein Gerichtsurteil verkünden (vgl. Offenbarung 22,12). Wenn Jesus wiederkommt, werden alle Toten auferstehen und Tote und Lebendige werden gerichtet (vgl. 1.Thessalonicher 4, 16- 17). Manche Menschen werden gerettet und werden in der Gemeinschaft Gottes (vgl. Offenbarung 21,3-4) leben, andere werden verloren und letztendlich vernichtet (vgl. Offenbarung 20,7-14). Danach wird Gott die ganze Welt neu schaffen und wieder herstellen (vgl. Offenbarung 21,1). Dann wird es nie wieder Böses oder Leid geben (vgl. Offenbarung 21,4;).

Wie erkennt man die Wiederkunft?

Manche Christen wie auch die Anhänger der koreanischen Shinchonji Kirche lehren, dass die Wiederkunft Jesu sich schon ereignet hat. Laut ihnen ist Jesus schon wiedergekommen, allerdings nur geistlich und nicht etwa sichtbar in den Wolken und mit der Herrlichkeit Gottes.

Die Bibel lehrt allerdings etwas ganz anderes: Die Wiederkunft wird sichtbar für alle sein! Wenn Jesus wiederkommt, wird die Welt im wahrsten Sinne des Wortes untergehen (mehr dazu in meinem Artikel „Was ist die Wiederkunft?“). Die Wiederkunft kann man also wirklich nicht aus Versehen verpassen. Auch zahlreiche andere Bibelstellen berichten von der Wiederkunft.

Apostelgeschichte 1,9-11

 „Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ (Apostelgeschichte 1,9-11; eigene Hervorhebung)

Als Jesus vor den Augen der Jünger in den Himmel aufgefahren ist, sprachen die Engel zu ihnen. Sie sagten, dass Jesus genauso wie sie ihn jetzt sahen – er schwebte auf zum Himmel und wurde in eine Wolke aufgenommen und stieg in den Himmel – so würde er wiederkommen. Folglich wird Jesus sichtbar für alle, mit den Wolken aus dem Himmel wiederkommen (siehe auch folgende Bibelstellen).

Lukas 21,25-28 und Offenbarung 1,7

„Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.  Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,25-28; eigene Hervorhebung)

 „Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Stämme der Erde. Ja, Amen.“ (Offenbarung 1,7; eigene Hervorhebung)

Jesus kommt mit den Wolken, sichtbar für alle wieder.

Matthäus 24,26-27

 „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, sodass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er (Christus) ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht.  Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein.“ (Matthäus 24,26-27; eigene Hervorhebung)

Jesus warnt hier: Wenn euch Menschen sagen, dass Jesus schon wiedergekommen ist, dann glaubt ihnen nicht. Er wird sich nicht nur einigen Menschen in der Wüste oder in einem Haus zeigen, sondern seine Wiederkunft wird sichtbar für alle sein.  Dieser Vers sagt „geht nicht hinaus“ und zeigt so, dass man nicht einmal neugierig nach solchen Erscheinungen sein soll. Diese Stelle muss so verstanden werden, dass Jesus sichtbar kommt, weil sie hier von Jesus als Begründung genommen wird, warum es nicht sein kann, dass er heimlich oder nur für manche sichtbar kommen wird. Wenn Jesus unbemerkt kommen würde, gäbe es schließlich keinen Grund, zu misstrauen, wenn Menschen sagen: „Komm mit! Jesus ist hier!“. Davor warnt Jesus aber. Auch die Beschreibung der Wiederkunft zeigt, dass sie sichtbar für alle sein wird. Sie wird wie ein Blitz von Osten nach Westen sein. Die Entfernung von „Osten nach Westen“ ist unendlich weit und umschließt somit die ganze Welt. „Wie ein Blitz“ zeigt, dass die Wiederkunft sichtbar sein wird, sowie ein Blitz am dunklen Himmel. An der Wiederkunft wird nichts mysteriös oder geheim sein. Diese Bibelstelle zeigt: Jesu Wiederkunft wird für alle Menschen der Welt sichtbar sein. Niemandem muss dann noch gesagt werden, dass Jesus wieder kommt.

Thessalonicher 4, 16-17

„Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Ruf ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und die Toten werden in Christus auferstehen zuerst.  Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit.“ (1.Thessalonicher 4, 16- 17; eigene Hervorhebung)

Wenn Jesus wiederkommt, werden die Stimme des Erzengels und die Posaunen Gottes erschallen. Die Wiederkunft wird also nicht nur unübersehbar, sondern auch unüberhörbar sein. Als Nächstes wird beschrieben, dass die Toten auferstehen und die Geretteten in den Himmel entrückt werden. Wie sollte man das übersehen, wenn Jesus unbemerkt kommen würde?

2.Petrus 3,10

„Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden nicht mehr zu finden sein.“ (2.Petrus 3,10; eigene Hervorhebung)

Lass uns diesen Vers Schritt für Schritt studieren. Der Tag wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Hier nutzt Petrus ein Bild, was schon Jesus für den Tag seines Kommens genutzt hat (vgl. Matthäus 24,43). Dieses Bild betont, dass der Tag des Herrn für die Meisten überraschend kommen wird. Dabei wird die Welt wie wir sie kennen untergehen. Petrus sagt, dass die Himmel vergehen werden. Dabei nutzt er das griechische Wort ouranoi und meint hier den atmosphärischen „Himmel“. Dieser und die Elemente werden zergehen. Mit den Elementen, griechisch stoicheia, meint er hier wahrscheinlich die Bestandteile, aus denen unsere Welt zusammengesetzt ist. Im Grunde wird also bei der Wiederkunft alles – der atmosphärische Himmel und die ganze Erde und alles, was sich auf ihr befindet – vergehen. Alles wird wegen des Feuers und der Herrlichkeit, die Jesu Wiederkunft begleitet, „vor Hitze schmelzen“ (vgl. 2.Thessalonicher 1,8; Psalm 50,3; Maleachi 3,19). Eine kleine Frage: Wie kann man übersehen, dass die Welt untergeht?

Fazit

Es gibt unzählige Bibelstellen, die uns beschreiben, wie Jesu Wiederkunft sich ereignen wird. Die Bibel zeigt uns: Jesus wird in der Herrlichkeit Gottes, mit seinen Engeln in den Wolken kommen. Die Toten werden auferstehen, die Geretteten werden in den Himmel aufsteigen und die Welt wird untergehen. Das ist unvereinbar mit einer geheimen oder geistlichen Wiederkunft Jesu. Jesus warnt sogar explizit vor falschen Propheten, die uns sagen, Jesus sei schon wiedergekommen. Egal, wer uns Lehren der Bibel erklären will, wir müssen uns in Acht nehmen und ihre Worte an der Bibel prüfen (vgl. Apostelgeschichte 17,11). Denn nur, weil sich jemand Christ nennt, heißt das nicht, dass er wirklich vom Geist Gottes geleitet wird. Jesus warnt uns auch heute:

„Nehmt euch in Acht vor denen, die in Gottes Namen auftreten und falsche Lehren verbreiten! Sie kommen zu euch, getarnt als Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie reißende Wölfe.“ (Matthäus 7,15)

Hat Jesus das Gesetz abgeschafft?

Beim Thema Gesetz denkt man schnell an Bibelstellen wie „Jetzt aber sind wir frei geworden von dem Gesetz, an das wir gebunden waren“ (Römer 7,6). Welches Gesetz meint Paulus und widerspricht er sich dabei nicht in anderen Stellen? Um diese Stelle zu verstehen, müssten wir den Römerbrief in Bezug auf das Gesetz untersuchen. Dazu werde ich bei Gelegenheit einen Artikel verfassen. Heute geht es erstmal um die Frage „Hat Jesus das Gesetz abgeschafft?“ in Bezug auf folgende Stelle:

„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ (Matthäus 5,17)

Um sich der genannten Frage zu widmen, müssen wir zunächst klären, was das Gesetz überhaupt ist. Der Begriff „Gesetz“ in der Bibel kann Verschiedenes bedeuten. Es kann die fünf Bücher Mose, bestimmte Gesetze aus 5 Bücher Mose wie die 10 Gebote oder auch das ganze Alte Testament meinen. Wird der Ausdruck, das Gesetz und die Propheten benutzt, meint es immer das ganze Alte Testament.

Zusätzlich kann man das Gesetz in drei Kategorien teilen:[1]

  1. Das Moralische Gesetz (z. B  Die zehn Gebote: Unterscheidet Gut von Böse)
  2. Das Zeremonialgesetz (z. B. Opfer und Tempeldienst: Wie Brandopfer, etc. durchgeführt werden)
  3. Die Staatsgesetze (z. B. rechtliche Fragen: Wie zivile Streitigkeiten gehandhabt werden)

Nun haben wir das Gesetz definiert. Was meint Jesus also, wenn er sagt, dass er das Gesetz nicht auflösen, sondern erfüllen will? Viele glauben, Jesus hat das Gesetz aufgehoben, indem er es erfüllt hat. Anders formuliert würde die Stelle wie folgt lauten: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern es aufzulösen“. Dieser Satz ergibt natürlich keinen Sinn. Folglich muss erfüllen eine andere Bedeutung als aufheben haben.

Erfüllen ist das griechische Wort pleroo und bedeutet vollenden oder vollmachen. In Bezug auf das Gesetz und die Propheten hat das Wort im NT immer nur eine Bedeutung. Ein Beispiel finden wir in Matthäus 8, 16.17:

„Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm (Jesus); und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 53,4): »Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheiten hat er getragen.«“

Hier zeigt sich ganz deutlich, dass erfüllen das Erfüllen der Voraussagen auf Jesus aus dem Alten Testament bezieht. Alleine im Matthäusevangelium wird dieser Begriff so 15 Mal so verwendet. So hat auch Jesus die Vorhersagen aus dem Opferdienst erfüllt, weil er das wahre Opferlamm ist „und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.“ (Epheser 5,2). Deshalb opfern wir auch heute keine Lämmer mehr, weil diese Opfer nur auf Jesus hingewiesen haben. Das Zeremonialgesetz wird nicht mehr praktiziert, weil es erfüllt wurde, gilt aber in seinen Aussagen immer noch. So zeigt uns das Zeremonialgesetz z. B., dass die Sündenvergebung ein Sündopfer fordert.

Die Staatsgesetze gelten in ihren Aussagen natürlich auch noch, werden aber ebenfalls nicht praktiziert, weil wir nicht im von Gott geführten Staat Israel zur damaligen Zeit leben.

Das Moralgesetz, das uns zeigt, was gut und was böse ist, gilt ebenfalls und muss auch praktiziert werden. Ehebruch und Mord waren, sind und bleiben böse und kein Christ würde auf die Idee kommen, dies zu bestreiten.

„Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.“(Mathäus 5,19)

Jesus betont in den folgenden Versen, die Gültigkeit des Gesetzes und warnt davor, anderes zu lehren. An anderer Stelle sagt er:

 „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.“ (Matthäus,5,18)

„Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“ (Johannes 14,15)

Es gibt noch zahlreiche andere Stellen zu Thema Gesetz. Klar wird: Wir sind frei vom Gesetz, weil wir nicht durch das Halten vom Gesetz gerettet werden, sondern allein durch Gottes Gnade. Natürlich bleibt Gut gut und Böse bleibt böse. Kein Christ würde nach seiner Errettung anfangen, andere auszubeuten und zu zerstören, weil er ja nicht mehr vom Gesetz abhängt. Wenn wir gerettet werden, ändert sich auch unser Charakter und wenn wir Gott lieben, werden wir auch gut handeln – also das Gesetz halten. Durch gute Taten wird man nicht gerettet, aber nach er Errettung folgen gute Taten und ein verändertes Leben ganz natürlich. Deshalb sollten auch wir als Christen Gottes Gesetz studieren und herausfinden, was sein Wille für unser Leben ist.

Für diesen Artikel habe ich unter anderem das Video „Hat Jesus das Gesetz Gottes abgeschafft? Wie hat Christus das Gesetz erfüllt?“ von Memento Medien benutzt. Ich kann den YouTube Kanal nur empfehlen. Schaut euch auch das Video „Warum der Alte Bund scheiterte und der Neue Bund besser ist“ an.


[1] Man kann neben Staatsgesetz, Zeremonialgesetz und Moralgesetz natürlich noch weitere Unterkategorien wie Hygienegesetze wählen.

Das Gesetz Gottes

Das Gesetz Gottes wird meistens eher als ein unangenehmes Thema empfunden. Trotzdem ist es ein sehr wichtiges Thema und wird auch in der Bibel oft thematisiert. Alleine im Alten Testament finden sich über 600 Gebote. Und auch zu Zeiten vor Mose und den Zehn Geboten war das Gesetz Gottes universal gültig (vgl. 1. Mose 26,5; 2. Mose16,22-30; Prediger 12,13). Heute wollen wir uns anschauen, was das Wort Gottes über das Gesetz sagt.

Auch wenn viele der Meinung sind, Paulus habe nur davon gesprochen, dass wir von Gottes Gesetz frei sind, schreibt er auch:

„So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.“ (Römer 7,12)

Man darf sich hier nicht verwirren lassen und dazu empfehle ich jedem, den Römerbrief genau zu studieren und sich alle Aussagen zum Gesetz aufzuschreiben. Paulus spricht davon, dass wir vom Gesetz frei sind, denn ohne Gottes Gnade könnte niemand in den Himmel gelangen. Die kleinste Sünde schließt uns bereits von der Gegenwart Gottes aus und wir können nicht in den Himmel gelangen. Was eine Sünde ist, wird durch das Gesetz Gottes definiert. Alles, was gegen dieses Gesetz verstößt, ist Sünde (vgl. 1.Johannes 3,4). Das Gesetz ist nicht schlecht und will uns auch nicht unterdrücken. Ganz im Gegenteil: Es spiegelt Gottes Charakter wieder: Es ist heilig, gerecht und gut.

Wenn wir gegen Gottes Gebote verstoßen, verurteilt uns dieses. Aber weil Jesus für uns gestorben ist, können wir Vergebung erhalten und frei von der Verurteilung werden. Deshalb sind wir frei vom Gesetz. Nicht etwa, weil wir jetzt nach Herzenslust morden, lügen und betrügen dürfen.

Das Gesetz erfüllt mehrere Aufgaben:

  1. Es zeigt uns, was Gottes Wille ist (vgl. Micha 6,8)
  2. Es definiert Sünde (1.Johannes 3,4)
  3. Es zeigt uns, dass wir Sünder sind (vgl. Römer 3,20)
  4. Soll uns zur wahren Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen führen: Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes (vgl. Römer 3, 8-10; Johannes 14,15)

Dies ist wichtig zu verstehen, weil Satan schon immer gegen die Gebote gekämpft hat. Es begann im Garten Eden, als er das Verbot vom Essen der Frucht der Erkenntnis hinterfragte. Später brachte er immer wieder die Menschen dazu, Gottes Gebote zu ignorieren, indem er das Volk Israel veruschte, fremde Götter anzubeten und Gott untreu zu werden. Zuletzt wird Satan auch in der Endzeit gegen die Gebote angehen:

„Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu.“ (Offenbarung 12, 17)

Lasst uns nicht vergessen, Gott hat uns Gebote gegeben, damit wir gut leben, nicht um uns den Spaß zu verderben. Das Gesetz ist gut, gerecht und heilig. Auch, wenn wir nie perfekt sein werden, dann lasst uns trotzdem versuchen, nach Gottes Willen zu leben. Er wird uns die Kraft dazu geben.